Warum eine günstige Finanzierung teuer werden kann


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Es beginnt oft mit einem Satz wie diesem:
„Wir haben ein super Angebot bekommen – der Zinssatz ist unschlagbar.“

Als Herr und Frau M. mir davon erzählten, waren sie überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. Die Immobilie war gefunden, der Preis akzeptabel, die Bank schnell. Vor allem aber: der Zinssatz war niedrig. Sehr niedrig.

Was sollte da noch schiefgehen?

Der Blick auf die Zahl – und nicht auf das Ganze

Viele Menschen glauben, eine Immobilienfinanzierung lasse sich auf eine einzige Kennzahl reduzieren: den Zinssatz. Je niedriger, desto besser. Punkt.

Doch genau hier beginnt das Problem.

Denn eine Finanzierung ist kein Produkt von der Stange. Sie ist eine langfristige Entscheidung, die oft über 20, 30 oder mehr Jahre wirkt. Und in diesem Zeitraum spielen Dinge eine Rolle, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken – aber enorme finanzielle Folgen haben können.


Was im Angebot nicht auffiel

Im Fall von Herrn und Frau M. war der Zinssatz tatsächlich günstig. Was jedoch kaum Beachtung fand:

  • Eine kurze Zinsbindung, die das Risiko stark erhöhte
  • Kaum Flexibilität bei Sondertilgungen
  • Hohe Kosten bei späteren Anpassungen
  • Keine echte Strategie für die Zeit nach Ablauf der Zinsbindung

All das stand im Kleingedruckten. Gelesen wurde es – verstanden nicht wirklich. Und ehrlich gesagt: Wer rechnet schon heute mit Problemen in zehn oder fünfzehn Jahren?


Wenn „günstig“ plötzlich teuer wird

Einige Jahre später änderten sich die Rahmenbedingungen. Die Zinsen stiegen. Gleichzeitig veränderte sich die persönliche Situation der Familie. Eine Anschlussfinanzierung wurde notwendig – und plötzlich zeigte sich, wie teuer die vermeintlich günstige Lösung tatsächlich war.

Die monatliche Belastung stieg deutlich. Spielräume gab es kaum. Entscheidungen, die man früher bewusst hätte treffen können, waren nun nicht mehr möglich.

Der günstige Zinssatz hatte seinen Zweck erfüllt: Er hatte überzeugt.
Aber er hatte nicht geschützt.


Gute Finanzierung erkennt man nicht am Zinssatz

Eine gute Immobilienfinanzierung erkennt man nicht daran, wie niedrig der Zinssatz ist, sondern daran, wie gut sie zu Ihrem Leben passt:

  • Wie flexibel bleiben Sie?
  • Wie sicher sind Sie bei Veränderungen?
  • Wie gut ist die Finanzierung auch in zehn oder zwanzig Jahren noch tragfähig?

Das sind Fragen, die man nicht in einem Online-Rechner beantwortet. Und auch nicht in einem schnellen Bankgespräch.


Fazit

Eine günstige Finanzierung kann gut sein.
Sie kann aber auch teuer werden – wenn sie nicht durchdacht ist.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf Zahlen zu schauen, sondern auf Zusammenhänge. Nicht nur auf den Einstieg, sondern auf den gesamten Weg.

Denn am Ende geht es nicht darum, heute den niedrigsten Zinssatz zu haben.
Es geht darum, auch morgen noch ruhig schlafen zu können.




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Daniel Haenle








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